Roaming: VATM kritisiert EU-Kommission

15.09.2013 von

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) hat die EU-Kommission kritisiert, weil diese bis zum Jahr 2016 die Roaming-Gebühren innerhalb der Europäischen Union schrittweise senken und schließlich ganz abschaffen möchte.

„Die von der EU seit vielen Jahren verfolgte schrittweise Senkung der Roaming-Gebühren halten wir für nachvoll ziehbar, aber nicht eine willkürliche Absenkung auf null Cent“, so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner in einer offiziellen Stellungnahme.

Hier habe die EU-Kommission nicht Wort gehalten. Das Versprechen, die vor zwei Jahren angepasste Roaming-Regulierung würde regulatorische Sicherheit bis 2022 schaffen, werde nicht eingehalten.

„Eine Erklärung, warum sich die Kosten der Netzbetreiber binnen zwei Jahren so schnell geändert haben sollen, bleibt die EU-Kommission schuldig“, so der VATM-Geschäftsführer weiter.

Das vorgebrachte Argument, Roaming-Entgelte würden in einem echten Binnenmarkt der Vergangenheit angehören, verkenne, dass die Nutzung fremder Netze mit Kosten verbunden ist und der Netzausbau von unterschiedlichen Investoren vorangetrieben werde.

Natürlich müssten angemessene Preissenkungen rational diskutiert werden, keinesfalls sei jedoch eine politisch festgesetzte Absenkung auf null mit dem Verweis auf den Binnenmarkt wirtschaftspolitisch zu begründen. Sie entspreche auch nicht die dem Kunden gegenüber völlig unstrittig erbrachten Leistungen. So stehe das Geschäftsmodell der Flatrates im Inland auf dem Spiel.