Samsung Galaxy S26 Ultra im Test
Samsung Galaxy S26 Ultra
- Elegantes Wasser- & staubdichtes Gehäuse
- sehr gutes 6,9" LTPO-Display mit 120 Hz
- integrierter S-Pen
- sehr gute Akkulaufzeit
- sehr gute Quad-Cam mit zwei Teleobjektiven
- Android-Updates bis 2033
- extrem starke Performance & Ausstattung
- groß und schwer
- keine Speichererweiterung
- Ladezeit mittelmäßig
Groß, schnell, teuer – und verdammt schwer aus der Hand zu legen
Samsung macht beim Galaxy S26 Ultra genau das, was es bei seiner Ultra-Reihe am besten kann: möglichst viel Technik in ein möglichst kompromissloses Handy packen.
Das Ergebnis ist ein 6,9-Zoll-Bolide mit starkem OLED-Display, vier Kameras, integriertem S Pen, Top-Prozessor und einer Software, die inzwischen fast mehr KI-Tricks als Einstellungsmenüs bietet. Ganz billig ist der Spaß natürlich nicht. Zum Marktstart lag die Variante mit 256 GB bei 1.449 Euro; im Handel ist das Gerät inzwischen teils deutlich günstiger zu finden. Trotzdem bleibt die zentrale Frage: Ist das S26 Ultra wirklich ein großer Sprung – oder einfach nur das bekannte Ultra-Rezept mit etwas mehr Pfeffer?
Design & Verarbeitung: weniger Ziegelstein aber noch XL
Optisch erfindet Samsung das Rad nicht neu. Das S26 Ultra erkennt man sofort als Mitglied der Galaxy-Familie: klare Linien, einzelne Kameraringe auf der Rückseite und ein insgesamt ziemlich erwachsener Look. Die Ecken sind etwas runder geworden, wodurch das Handy angenehmer in der Hand liegt als frühere kantige Ultra-Modelle. Mit 214 Gramm und Abmessungen von 163,6 × 78,1 × 7,9 Millimetern bleibt es aber ein großes Gerät. Wer kleine Hände oder enge Hosentaschen hat, wird hier nicht plötzlich zum Fan von Einhandbedienung.
Die Verarbeitung ist dafür genau so, wie man sie in dieser Preisklasse erwartet: sauber, stabil und hochwertig. Nichts knarzt, die Tasten sitzen ordentlich und die IP68-Zertifizierung schützt vor Staub und Wasser. Die Kameras stehen sichtbar aus dem Gehäuse hervor, weshalb das Smartphone auf dem Tisch leicht wackelt. Mit einer Hülle relativiert sich das, aber dann wird aus dem großen Handy eben ein noch größeres. Unterm Strich wirkt das S26 Ultra nicht spektakulär neu, dafür sehr ausgereift.
Display: riesig, brillant und endlich ein bisschen diskreter
Das 6,9 Zoll große Dynamic-AMOLED-2X-Panel ist eines der Highlights. Mit 3.120 × 1.440 Pixeln sieht alles gestochen scharf aus, die Farben knallen, ohne komplett ins Comicartige abzudriften, und dank maximal 120 Hertz laufen Animationen herrlich flüssig. Scrollen, Spielen, Videos schauen oder Fotos bearbeiten: Das Display macht fast alles zum kleinen Luxusmoment. Auch draußen bleibt es gut ablesbar, und die reflexionsarme Oberfläche hilft bei Sonne spürbar.
Die echte Neuerung ist aber das Privacy Display. Aktiviert man den Blickschutz, wird der Inhalt aus seitlichen Winkeln stark abgedunkelt, während man frontal weiter normal auf das Panel schaut. Das klingt erst einmal nach einem Gimmick, ist in Bahn, Flugzeug oder Café aber erstaunlich praktisch. Besonders clever: Der Schutz lässt sich gezielt für bestimmte Apps, Benachrichtigungen oder die PIN-Eingabe aktivieren. Wer Online-Banking erledigt oder private Nachrichten liest, muss nicht mehr ständig prüfen, ob jemand über die Schulter schielt. Ganz ohne Kompromiss ist die Funktion nicht, denn je nach Stufe verändert sich auch der frontale Bildeindruck leicht. Trotzdem ist sie mehr als Marketing – und aktuell ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
Leistung: schneller als dein Daumen
Im Inneren arbeitet der Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy, kombiniert mit 12 GB Arbeitsspeicher; die 1-TB-Version gibt es auch mit 16 GB. Im Alltag bedeutet das vor allem: warten muss man praktisch nie. Apps starten sofort, Multitasking läuft entspannt und selbst aufwendige Spiele bringen das Gerät kaum aus der Ruhe. Auch längere Gaming-Sessions bleiben stabil, wobei das Gehäuse unter Last natürlich warm werden kann. Heiß wie eine Herdplatte wird es im normalen Einsatz aber nicht.
Der Leistungsüberschuss ist riesig. Das ist schön für Leute, die Videos schneiden, RAW-Dateien bearbeiten oder ihr Handy mehrere Jahre nutzen wollen. Für WhatsApp, Spotify und ein bisschen Instagram ist das S26 Ultra allerdings ungefähr so sinnvoll wie ein Sportwagen für den Weg zum Briefkasten. Schnell ist es trotzdem – und zwar richtig.
Software und KI: clever, manchmal ein bisschen zu viel
Ab Werk läuft Android 16 mit Samsungs One UI 8.5. Die Oberfläche ist umfangreich, aber gut durchdacht. Wer gern jedes Detail anpasst, kann sich hier stundenlang austoben. Gleichzeitig wirkt One UI inzwischen aufgeräumter als früher. Samsung verspricht sieben Jahre Updates, also Sicherheits- und Systempflege bis 2033. Das ist stark und macht den hohen Anschaffungspreis etwas leichter verdaulich.
Galaxy AI steckt an allen Ecken. Texte lassen sich zusammenfassen oder umformulieren, Bilder können per Sprach- oder Texteingabe bearbeitet werden, und auch Übersetzungen sowie Transkriptionen sind tief ins System eingebaut. Vieles davon ist wirklich hilfreich, manches fühlt sich nach Demo-Material an, das man zweimal ausprobiert und dann vergisst. Nervig ist außerdem, dass einige KI-Funktionen ein Samsung-Konto voraussetzen. Trotzdem gehört Samsungs KI-Integration aktuell zu den rundesten Lösungen auf Android.
Kamera: vier Linsen, viel Flexibilität, wenig Revolution
Auf der Rückseite sitzen eine 200-Megapixel-Hauptkamera, ein 50-Megapixel-Ultraweitwinkel, ein 50-Megapixel-Tele mit fünffachem optischem Zoom und ein 10-Megapixel-Tele mit dreifacher Vergrößerung. Vorn übernimmt eine 12-Megapixel-Kamera die Selfies. Das klingt nach einem halben Fotoladen – und im Alltag ist genau diese Vielseitigkeit die größte Stärke.
Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht detailreiche, scharfe Bilder mit kräftigen, meist angenehmen Farben. Dank der helleren Blende von f/1.4 fängt sie bei wenig Licht mehr Licht ein als der Vorgänger. Nachtfotos wirken dadurch sauber und vergleichsweise natürlich. Samsung neigt zwar noch immer dazu, Himmel etwas blauer und Grünflächen etwas satter zu machen, doch der Look ist nicht mehr so überdreht wie bei älteren Generationen.
Richtig Spaß machen die beiden Telekameras. Der dreifache Zoom eignet sich prima für Porträts, der fünffache holt Architektur, Tiere oder Bühnenszenen nah heran, ohne dass die Qualität direkt zusammenbricht. Bis etwa zehnfacher Vergrößerung bleiben viele Aufnahmen brauchbar. Der beworbene 100-fache Digitalzoom ist dagegen eher etwas für Beweisfotos als für die Galerie. Praktisch: Man hat fast immer die passende Brennweite dabei. Weniger toll ist, dass Samsung die Kamera-Hardware insgesamt nur vorsichtig weiterentwickelt hat. Wer bereits ein S25 Ultra besitzt, wird keinen dramatischen Qualitätssprung erleben. Beim fünffachen Tele ist außerdem die Naheinstellgrenze größer geworden, was Nahaufnahmen erschwert.
Videos gelingen ebenfalls sehr gut. 8K mit 30 Bildern pro Sekunde ist möglich, im Alltag ist 4K aber die sinnvollere Wahl. Stabilisierung, Autofokus und Tonqualität spielen in der Oberklasse. Wer gern filmt, bekommt außerdem viele manuelle Optionen bis hin zu professionelleren Formaten. Kurz gesagt: Das S26 Ultra ersetzt keine große Systemkamera, ist aber eine extrem zuverlässige Immer-dabei-Kamera.
Akku und Laden: ausdauernd, endlich flotter
Der Akku fasst 5.000 mAh. Das ist angesichts der riesigen Konkurrenz-Akkus aus dem Android-Lager nicht spektakulär, reicht in der Praxis aber locker für einen langen Tag. Bei normaler Nutzung mit Messenger, Kamera, Navigation, Musik und etwas Video sind auch anderthalb Tage drin. Wer viel spielt, dauerhaft 5G nutzt oder die Displayhelligkeit ausreizt, muss abends eher an die Steckdose. In standardisierten Tests schaffte das Gerät teils fast 21 Stunden Dauernutzung – ein sehr guter Wert.
Beim kabelgebundenen Laden legt Samsung auf bis zu 60 beziehungsweise je nach Messstandard 65 Watt zu. Damit ist das S26 Ultra deutlich schneller wieder einsatzbereit als frühere Modelle, auch wenn manche chinesischen Flaggschiffe weiterhin in einer anderen Liga laden. Kabelloses Laden wird ebenfalls unterstützt. Ein Netzteil liegt nicht im Karton – bei einem Smartphone dieser Preisklasse darf man darüber ruhig kurz die Augen verdrehen.
S Pen und Extras: nützlich, aber abgespeckt
Der S Pen steckt direkt im Gehäuse und bleibt ein echtes Argument für das Ultra. Notizen auf dem Sperrbildschirm, präzises Markieren, Unterschriften oder kleine Skizzen funktionieren hervorragend. Für Tabellen, Bildbearbeitung oder handschriftliche Ideen ist der Stift mehr als Spielerei. Schade ist, dass Bluetooth-Funktionen fehlen. Den S Pen als Fernauslöser für die Kamera zu nutzen, wäre praktisch gewesen. Wer diese Funktion von älteren Ultra-Modellen kennt, wird sie vermissen.
Zur übrigen Ausstattung gehören Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, 5G, NFC, UWB, Dual-SIM inklusive eSIM sowie USB-C 3.2. Die Stereolautsprecher klingen laut und erstaunlich voll. Einen klassischen Kopfhöreranschluss gibt es erwartungsgemäß nicht, und der Speicher lässt sich nicht per microSD erweitern. Dafür stehen 256 GB, 512 GB oder 1 TB interner Speicher zur Wahl.
Stärken und Schwächen auf einen Blick
Preis und Konkurrenz: Luxus bleibt Luxus
Zum Start war das Galaxy S26 Ultra mit 256 GB ab 1.449 Euro zu haben; höhere Speicherstufen kosteten entsprechend mehr. Inzwischen liegen viele Straßenpreise deutlich darunter und beginnen je nach Farbe, Händler und Version teils um 900 Euro. Genau da wird das Gesamtpaket wesentlich interessanter. Für den vollen Listenpreis ist das S26 Ultra ein Luxusprodukt, das man wirklich wollen muss. Bei einem guten Angebot wird es dagegen zu einem der komplettesten Android-Smartphones auf dem Markt.
Besitzer eines Galaxy S23 Ultra oder älteren Modells bekommen ein deutlich runderes Gesamtpaket, mehr Tempo, längere Update-Unterstützung und das neue Privacy Display. Wer bereits ein S25 Ultra nutzt, sollte nüchtern bleiben: Die Kamera ist nur moderat verbessert, viele KI-Funktionen kommen auch per Update auf den Vorgänger, und das neue Modell fühlt sich eher wie Feinschliff als wie ein Neustart an.
Fazit: eines der besten Android-Handys – aber kein Pflicht-Upgrade
Das Samsung Galaxy S26 Ultra ist ein verdammt gutes Smartphone. Es kombiniert ein überragendes Display, brachiale Leistung, eine sehr flexible Kamera, lange Laufzeit, starke Software und den S Pen zu einem Paket, das kaum echte Lücken hat. Das neue Privacy Display ist dabei die wichtigste Neuerung und überraschend nützlich. Gleichzeitig spielt Samsung auf Nummer sicher. Viele Hardware-Bausteine wirken vertraut, die Kamera macht eher kleine Schritte, und der Preis bleibt selbstbewusst.
Wer einfach das kompletteste Samsung-Handy will und mit Größe sowie Preis leben kann, macht mit dem S26 Ultra wenig falsch. Für Besitzer des direkten Vorgängers ist der Umstieg dagegen schwer zu rechtfertigen. Alle anderen bekommen ein echtes Technik-Monster: nicht revolutionär, aber extrem schnell, vielseitig und angenehm ausgereift.
Im folgenden Videotest zeigen wir die Stärken und Schwächen des Samsung Galaxy S26Ultra und gehen ausführlich auf die Besonderheiten dieses Handys ein. Darunter folgen die Ausstattungsliste, Beispielbilder zum Download in voller Größe und ein Testvideo in der bestmöglichen Auflösung sowie die technischen Daten.Dieses Video in HD ansehen.
Ausstattung des Samsung Galaxy S26Ultra
Vorhandene Ausstattungsmerkmale
+ Schutz gegen Wasser/Staub: Ja+ Metall- oder Glas-Design: Ja
+ Fingerabdrucksensor: Ja
+ Gesichtserkennung: Ja
+ OLED-Display: Ja
+ Wiederholrate 90 Hz oder besser: Ja
+ Allways-On Display: Ja
+ Hauptkamera mit mind. 3 Brennweiten: Ja
+ Autofokus per Laser/PDAF: Ja
+ Bildstabilisator (OIS oder EIS): Ja
+ Video in 4K: Ja
+ Akku schnellladbar: Ja
+ Akku kabellos (induktiv) laden: Ja
+ schnelles WLAN (Wi-Fi 6 ax): Ja
+ Dual-SIM: Ja
+ NFC: Ja
+ 5G: Ja
+ Stereo-Lausprecher: Ja
Fehlende Ausstattungsmerkmale
- Speichererweiterung möglich: Nein- Klinkenanschluss: Nein
- FM-Radio: Nein
Testbilder Samsung Galaxy S26Ultra
Die folgenden Bilder wurden mit dem Samsung Galaxy S26Ultra aufgenommen.
Zum Download eines Originalfotos einfach das gewünschte Bild anklicken/antippen.
Technische Daten des Samsung Galaxy S26Ultra
|