CeBit Review: Das mobile Internet als Heilsbringer für Mobilfunkanbieter?
CeBit: Das mobile Internet als Heilsbringer für Mobilfunkanbieter?
Die CeBIT 2007 ist vorbei. Bereits zur Halbzeit der weltgrößten Computermesse hatte die Messeleitung ein positives Zwischenfazit verbreitet. An den ersten drei Messetagen trafen sich deutlich mehr als 200.000 Besucher auf der CeBIT, um sich über die Trends und Themen der digitalen Welt zu informieren. Am Ende waren es 480.000 Besucher, ein Plus von über zehn Prozent.
Über 6.100 Aussteller aus erstmals 77 Ländern zeigten das komplette Angebot an Lösungen für Geschäftskunden, den öffentlichen Sektor und den privaten Bereich. Wirklich Neues und Überraschendes gab es im Bereich der Telekommunikation aber leider nicht zu bewundern. Dabei muss natürlich bedacht werden, dass die Zeit der umwälzenden Erfindungen wohl erst einmal vorbei scheint. Computer, Handy und Co. sind bereits erfunden, was nun zählt ist es den Anwender mit neuen Diensten zum vermehrten Verbrauch "zu überreden".
So ist es auch nicht verwunderlich, dass besonders die Mobilfunkunternehmen versuchen, die Kunden zu einer häufigeren Nutzung des Handys zu bewegen; wenn schon nicht zum telefonieren, dann wenigstens zum surfen im Internet. Denn selbst das starke Sinken der Gesprächspreise konnte viele Kunden bisher noch nicht davon überzeugen, auf das Festnetz zu verzichten und stattdessen das Handy zu telefonieren zu nutzen.
Unterwegs Email empfangen und im Internet surfen sollen den Mobilfunkanbietern neue Umsätze bringen. Und o2-Deutschland-Chef Rudolf Gröger nährte seine Hoffnung auf der eigenen Pressekonferenz auf der CeBIT auch gleich mit Zahlen: UMTS-Kunden hätten einen um 4,50 Euro höheren Umsatz als der durchschnittliche O2-Kunde. Davon entfallen zwei Drittel auf die erhöhte Nutzung von Datendiensten. Wenn man also nur mehr Kunden dazu bringt, UMTS zu nutzen, werden diese Kunden die Möglichkeiten und Dienste schon von selbst nutzen. Das ist der Plan und die Hoffnung mit der o2 nicht alleine steht.
Auch der Chef von Vodafone-Deutschland, Friedrich Joussen, sieht das mobile Internet erst am Anfang. Und auf der CeBIT-Pressekonferenz der Deutschen Telekom wurde von T-Mobile-Chef Hamid Akhavan sogar ein "Quasi-Flatratetarif" ausgerufen. Zum Jahresende wird T-Mobile eine monatliche Kostenobergrenze einführen. Der Preis: stolze 100 Euro. Inwieweit sich mit solchen Preisen, die Kunden zu einer vermehrten Internetnutzung verleiten lassen, bleibt abzuwarten.
Die leisen Zweifel bleiben vor allem bestehen, wenn man sich die Tarifstrukturen anschaut. Denn obwohl dem Kunden ein übersichtliches Tarifgefüge suggeriert wird, gibt es wieder viele verschiedene Angebote mit unterschiedlichen Leistungen und Klauseln. Es ist schade, dass sich kein Anbieter dazu durchringen konnte, eine echte Flatrate für die mobile Internetnutzung anzubieten. Die Konkurrenz scheint da schon einen Schritt weiter zu sein. E-Plus bietet für sein Angebot BASE eine Internet-Flatrate für 25,00 Euro pro Monat an. Diese gilt für paketvermittelte Daten im E-Plus UMTS- und GPRS-Netz, wenn man auch sonst Base-Kunde ist, also die Sprachflatrate gebucht hat.


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